Schülerparlament & Klassenrat

Die Wahl der Klassensprecher ist seit Jahren fester Bestandteil an der Viktoriaschule. Seit dem zweiten Halbjahr des Schuljahres 2011/2012 wurde nun auch der Klassenrat verbindlich in jeder Klasse eingeführt. Zudem wurde ein Schülerparlament eingerichtet, das einmal wöchentlich stattfindet.

  1. Der Klassenrat
Kurzbeschreibung:

Der Klassenrat stammt aus der Freinet-Pädagogik und findet als regelmäßige Gesprächsrunde auf Klassenebene statt. Der Klassenverband berät, diskutiert und entscheidet gemeinsam über selbstgewählte Inhalte, Regeln, Maßnahmen usw.

Wahl der Klassensprecher/in und Vertreter/in für das Schülerparlament Dauer: 1 Stunde / Woche (fest im Stundenplan verankert)  
  1. Das Schülerparlament:
Kurzbeschreibung:

Das Schülerparlament setzt sich aus dem Klassensprecher/der Klassensprecherin sowie dem Vertreter/der Vertreterin der einzelnen Klassen zusammen. Jede Klasse darf zuvor Themenwünsche (die in den einzelnen Klassen im Klassenrat bestimmt wurden) einreichen, die im Schülerparlament besprochen und diskutiert werden. Hierbei geht es beispielsweise um die Schulhofgestaltung, um Pausenspiele, Regeln des Miteinanders, die Sauberkeit der Toiletten, etc.

Zu jeder Parlamentssitzung werden die Mitglieder schriftlich eingeladen. Diese Einladung, eine Sammlung von Themenvorschläge aus den Klassen sowie das Protokoll der jeweiligen Sitzung werden für alle Schülerinnen und Schüler sichtbar in der Schule ausgehängt.

Ziel des Schülerparlaments ist es, wichtige Fragen zum Schulleben zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Zudem sollen die Kinder erfahren, dass sie gemeinsam etwas bewegen können und ihre Meinung der Schule wichtig ist.

Dauer: 1 Stunde / Woche (fest im Stundenplan verankert) Hinweise zur Durchführung Es gibt verschiedene Aufgaben (die jeweiligen Aufgaben werden immer von anderen Kindern ausgeübt): 1. Vorsitzender (Gesprächsleiter) 2. Zeitwächter (max. 10 Min. pro „Fall“) 3. Regelwächter 4. Protokollant Die Sitzungen haben eine Tagesordnung. Die Themen werden im Vorfeld durch Aushang gesammelt. – Die Sitzungen werden protokolliert und die Protokolle ausgehängt. – Für die Abstimmungen gelten Mehrheitsbeschlüsse. Jeder hat eine Stimme. Das gilt, wie alle anderen Regeln und Beschlüsse, auch für die Lehrkraft. – Wahl der Schülerpräsidenten/innen (geben Beschlüsse oder Anträge gegebenenfalls an die Schulleitung weiter)   Ablauf des Schülerparlaments: 1. Überprüfung der Beschlüsse des letzten Schülerparlaments
  1. Vorstellen der Themenübersicht
  2. Besprechen der Anliegen, Probleme und Konflikte
3.1 Situationsbeschreibung („Fälle“) durch den/die jeweilige/n Klassensprecher/in 3.2 Äußerungen
  1. Lösungssuche, Bewertung der Lösungen und  Vereinbarung
4.1 Tipps? Lösungen? Vorschläge? 4.2 Das nehmen wir uns vor… (Vereinbarung)
  1. Abschluss
Regeln des Schülerparlaments: 1. alle sitzen im Kreis und können einander sehen
  1. alle sprechen einander direkt an
  2. zuhören, nur eine(r) redet
  3. wenn ich nicht mehr zuhören kann, sage ich es
  4. zum Thema reden
  5. Ich lache keine anderen Kinder und beleidige niemanden!
Das haben die Kinder des Schülerparlaments bereits erreicht:

Durch das Engagement der Klassensprecherinnen und Klassensprecher sowie der Schüler-präsidentin und der beiden Schülerpräsidenten konnten an der Viktoriaschule in den vergangenen Schuljahren bereits einige Ideen der Kinder verwirklicht werden:

  Die Struktur des Schülerparlaments:

Die Klassensprecher sammeln hierfür Ideen und Vorschläge in den jeweiligen Klassen und bringen diese in den Sitzungen des Schülerparlaments ein. Unterstützt die Mehrheit der Kinder den Vorschlag, stellt der Schülerpräsident einen entsprechenden Antrag an das Kollegium/die Schulleitung. Im Anschluss befindet das Kollegium über die Machbarkeit des Antrags und bewilligt diesen bzw. lehnt ihn unter Angabe von Gründen ab oder erarbeitet einen möglichen Gegenvorschlag. Gegebenenfalls wird der Antrag zur weiteren Begutachtung an die Schulkonferenz weitergeleitet.

Verstöße gegen die Regeln des Schülerparlaments: – gelbe, orangefarbene, rote Karte bei roter Karte: das Kind darf nicht mehr an der Sitzung teilnehmen und muss den Kreis verlassen (es darf somit auch nicht mehr mit abstimmen)   Begründung für die Einrichtung des Klassenrates und der Schülerparlaments an der Viktoriaschule:

„Die Arbeit in der Schule zielt im Sinne eines erziehenden Unterrichts darauf ab, die Kinder zu unterstützen, die Welt zunehmend eigenständig zu erschließen, tragfähige Wertvorstellungen im Sinne der demokratischen Grundordnung zu gewinnen und dadurch Urteils- und Handlungsfähigkeit zu entwickeln.“

(Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Ritterbach, Düsseldorf 2008, S. 14)

Ein Ziel pädagogischer Arbeit ist es, Kinder zu einem demokratischen, selbstständig handelnden Menschen zu erziehen.

Eine erste aktive Mitarbeit der Kinder in demokratischen Entscheidungsprozessen wird bereits mit der Wahl und dem Amt des Klassensprechers und der Klassensprecherin umgesetzt. Darauf aufbauend sollen die Kinder nun weitere demokratische Organisationsformen wie den Klassenrat und das Schülerparlament kennen lernen und erproben.